Kostengünstiger Passivhaus-
Geschoßwohnungsbau in Kassel Marbachshöhe

CEPHEUS1)-Projektinformation Nr. 16: 91 Seiten, 38 Abbildungen, 10 Tabellen
Autoren: Rainer Pfluger, Dr. Wolfgang Feist; Passivhaus Institut; Juni 2001

Die Projektinformation enthält die Dokumentation zu den 1999/2000 errichteten ersten Passivhaus Geschoßwohnungsbauten im öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau des Landes Hessen. Bauherrin ist die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel mbH (GWG). Von den Architekten Prof. Dr. Schneider (Detmold), Hegger/Hegger/Schleif (HHS, Kassel) und ASP Planungs- und Bauleitungs GmbH (Kassel) wurden zwei Baukörper mit 23 Wohnungen (Los1) und 17 Wohnungen (Los 2) geplant. Die innovative Haustechnik wurde vom Ingenieurbüro innovaTec (Kassel) im Rahmen eines vom Bundesamt für Bauwesen geförderten Projektes  entwickelt. Der Generalunternehmer HOCHTIEF realisierte die Geschoßwohnungsbauten, die seit Mitte 2000 bezogen sind. Die Qualitätssicherung für Wärmeschutz und Energieeffizienz lag beim Passivhaus Institut und wurde im Rahmen des CEPHEUS-Projektes durchgeführt.

Im Passivhaus-Geschoßwohnungsbau Kassel-Marbachshöhe wurde eine Anlage mit semizentraler Lüftung realisiert: Die Lüfter und Steuerungsmöglichkeiten befinden sich dezentral in den Wohnungen und ermöglichen dem Nutzer die gewünschten Einstellungen. Die Luft/Luft-Wärmeübertrager befinden sich zentral auf dem Dach oder im Keller und gewinnen Wärme jeweils für 2 bis 8 Wohnungen zurück. Bei den Geschoßwohnungsbauten in Kassel konnte eine sehr kompakte Luftführung in den Wohnungen realisiert werden.

So kompakt kann Wohnungslüftung sein: Die Zuluftleitungen sind vollständig in der abgehängten Decke im Flur untergebracht (Abb. rechts im Rohbau, Plan links [innovaTec]). Von dort geht es über Telefonieschalldämpfer zu den Weitwurfeinlässen über den Türstürzen. Abluft wird aus Bad und Küche abgesaugt.

Erstmals wurde mit diesem Projekt der Passivhausstandard konsequent im sozialen Geschoßwohnungsbau umgesetzt. Die Zulufträume werden ausschließlich über die Zuluft des hocheffizienten Wärmerückgewinnungssystems beheizt. Mit dem Projekt in Kassel Marbachshöhe wurde darüberhinaus erstmals demonstriert, daß der Passivhausstandard auch bei ungünstiger Orientierung (der überwiegende Teil der Wohnungen ist nach Osten und Westen orientiert) und in verschatteten städtischen Lagen realisierbar ist. Dies war theoretisch in einer vorausgehenden Studie2 des Passivhaus Instituts vorausgesagt worden.

CEPHEUS-Projektbericht Nr. 16 enthält die Dokumentation aller für den Passivhausstandard relevanten Komponenten (Wärmeschutz, Fenster, Wärmebrückenfrei Lösungen der Anschlußdetails, Luftführung, Wärme- und Wasserversorgung) sowie eine Analyse zu Mehrkosten und Wirtschaftlichkeit. Die Maßnahmen zur Qualitätssicherung am Bau werden beschrieben und die Energiebilanzen nach dem Passivhaus Projektierungs Paket dokumentiert. Die Dokumentationen zur Thermographie (Nr. 17) und zu den Meßergebnissen in der ersten Heizperiode (Nr.15) wurden an anderer Stelle publiziert.
 

Inhaltsverzeichnis CEPHEUS-Projektinformation Nr. 16, Kostengünstiger Passivhaus-Geschoßwohnungsbau in Kassel Marbachshöhe
 
1
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2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
3
3.1
3.2
3.2.1
3.2.2
3.2.3
3.2.4
3.3
3.4
4
4.1
4.2
4.3
5
5.1
5.2
6
7
7.1
7.2 
7.2.1
7.2.2
7.2.3
7.2.4
7.2.5 
7.2.6
7.3
8
8.1
8.2
8.3
8.3.1
8.3.2
8.3.3
8.3.4
8.3.5
8.3.6
8.4
8.5
9
9.1
9.2 
9.3
9.4
9.5
10
10.1
11
12
13
Übersichtskarten und Pläne 
Baubeschreibung 
Grundrisse, Gebäudeschnitte und Ansichten 
Angaben zur Energiebezugsfläche der Projekte HHS/ASP und Schneider 
Beschreibung der Bauweise 
Regelquerschnitte der Außenbauteile 
Darstellung von Anschlußdetails 
Besonderheiten 
Lüftungskonzept 
Zu-, Abluft- und Überströmzonen 
Angaben zu den technischen Parametern 
Regelquerschnitt des Zu- bzw. Abluftkanals 
Auslegungsluftvolumenströme 
Druckverluste 
Lüftungstechnische Bauteile 
Regelmöglichkeiten 
Besonderheiten 
Konzept der Raumwärmeversorgung
Heizwärmeverteilung 
Wärmeversorgung für Warmwasser und Heizung 
Besonderheiten 
Konzept der Warmwasserversorgung 
Angaben zur Erzeugung, Speicherung, Verteilung 
Auslegungsdaten 
Ausstattung mit elektrischen Haushaltsgroßgeräten und Beleuchtung 
Kosten, Mehrkosten, Wirtschaftlichkeit 
Mehrinvestitionen für die Passivhaus-Geschoßwohnungsbauten in Kassel 
Vom Haus nach Wärmeschutzverordnung ’95 zum Passivhaus 
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung 
Schritt II: Wärmebrückenreduktion 
Schritt III: Erhöhung der Dachdämmung 
Schritt IV: Dämmung des Erdgeschoßbodens 
Schritt V: Einbau von Passivhausfenstern und Eingangstüren 
Schritt VI: Hocheffiziente Wärmerückgewinnung 
Entwicklungsperspektiven 
Beschreibung des Bauablaufs 
Zeitliche Daten 
Beteiligte und Organisation des Bauablaufs 
Aktivitäten zur Einweisung, Qualifizierung, Qualitätssicherung 
Rohbau 
Wärmedämmung 
Fenster 
Opake Türblätter 
Verschattung 
Luftdichtheit 
Erfahrungen mit Beteiligten 
Besonderheiten 
Ergebnisse qualitätssichernder Maßnahmen 
PHPP-Berechnungen 
Berechnungen zu Wärmebrücken 
Ergebnisse Luftdichtigkeitstests 
Ergebnisse der Thermographischen Untersuchungen 
Besonderheiten 
Angaben zu Erwerbern/Bauherren bzw. Mietern 
Durchgeführte Einweisungen 
Meßergebnisse 
Presse und Öffentlichkeitsarbeit 
Fotodokumentation 
Literatur

1) CEPHEUS: Cost Efficient Passive Houses as European Standards; die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Sommersituation wurde gefördert durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten (AZ VI 3.1-78a78/49 07).