Die in Hannover-Kronsberg geplanten Passivhäuser wurden in drei verschiedenen
Typen und in einer Vielzahl von Varianten simuliert. In der Grundvariante besitzen
sie einen Heizwärmebedarf nach PHPP zwischen 11,6 und 14,5 kWh/(m²a).
Die Si-mula-tionsrechnungen ergaben für die Grundvarianten etwas größere
Werte zwi-schen 11,9 und 14,8 kWh/(m²a). Der sommerliche Wärmeschutz
ist unproblematisch: Nur in ei-ner Zone treten Temperaturen über 25°C
auf, und dies trotz vorsichtiger An-nahmen zur sommerlichen Lüftung nur
für vertretbar kurze Zeit. Die maximal erforderli-che Heiz-leistung bleibt
bei allen untersuchten Typen sicher unter 10 W/m². Damit werden von den
untersuchten Häusern die Passivhauskriterien erfüllt.
Die Variation verschiedener Parameter erbrachte die folgenden Ergebnisse:
· Die Südausrichtung der Hauszeilen ist für die Funktion von
Passivhäusern nicht entscheidend.
· Größere Fensterflächen auf der Südseite würden
bei den breiten Häusern noch zu ge-ringfügigen Verbesserungen beim
Wärmebedarf führen, dann müsste aller-dings auch eine höhere
Heizleistung verfügbar sein.
· Gute Luftdichtheit ist von entscheidender Bedeutung für die Funktion
der Häuser. Bei der auch im Neubau heute üblichen Dichtheit würden
bereits wesentlich hö-he-rer Heizwärmebedarf und maximal erforderliche
Heizleistung resultieren.
· Die vom Nutzer geforderte Raumlufttemperatur ist ein wesentlicher Parameter:
Eine Anhebung um 1 K führt zu einem um ca. 20% erhöhten Heizwärmebedarf.
Die maximal erforderliche Heizleistung hängt weniger stark von der Raumluft-tempe-ratur
ab.
· Die Auswirkungen verschiedener Klimata sind uneinheitlich. Insbesondere
sind Heizwärmebedarf und maximal erforderliche Heizleistung nur schwach
gekoppelt.
· Durch selektiv beschichtete Außenoberflächen ließen
sich ohne sonstige Verän-derungen 13-14% Heizwärme einsparen. Die
Überhitzungsdauer wächst dann zwar spürbar an, bleibt aber im
tolerierbaren Bereich
· Durch Nachtabsenkung lassen sich 6-7% des Heizwärmebedarfs einsparen,
da-für ist aber fast die doppelte Heizleistung notwendig.
· Die Überhitzungsdauer lässt sich durch eine außenliegende
Verschattung vor den Fenstern der überhitzten Zone signifikant reduzieren.
Eine Beheizung der Häuser über die Lüftungsanlage erwies sich
als problemlos möglich. Auch mittlere Temperatu-ren von 25°C lassen
sich noch erreichen. In die-sem Fall treten allerdings vereinzelt Untertemperatu-ren
von maximal 0,2 K auf.
Die Temperaturdifferenzen zwischen den Zonen bleiben auch bei Beheizung über
die Zuluft vertretbar gering, im angenommenen Worst-Case-Szenario liegt der
Unter-schied zwischen der wärmsten und der kältesten Zone in der Regel
zwischen 1,5 und 3 K. Je nach Ansprüchen der Nutzer empfiehlt es sich,
im nur indirekt durch die Zu-luft be-heizten Bad eine weitere Wärmequelle
vorzusehen.
Der Heizwärmebedarf bei Beheizung über die Lüftungsanlage unterscheidet sich kaum von dem bei idealer Luftheizung. Nicht zu empfehlen ist eine Nachtabsenkung: Vernachlässigbaren Gewinnen beim Heizwärmebedarf von ca. 1,1% stehen Schwie-rigkeiten bei der morgendlichen Aufheizung gegenüber.
| 1 | Vorwort |
| 2 | Beschreibung des Projekts |
| 2.1 | Allgemeines |
| 2.2 | Details der Konstruktion |
| 3 | Simulationsmodell für die Passivhaussiedlung Hannover-Kronsberg |
| 4 | Parametervariationen |
| 4.1 | Referenzvarianten |
| 4.2 | Ausrichtung der Häuserzeile |
4.3 |
Südfensterbreite |
| 4.4 | Infiltration |
| 4.5 | Raumlufttemperatur |
| 4.6 | Wetter |
| 4.7 | Absorption an den Außenoberflächen |
| 4.8 | Nachtabsenkung |
| 4.9 | Verschattung |
| 5 | Zur Beheizung über die Lüftungsanlage |
| 5.1 | Anforderung: Im Kern konstant 20°C |
| 5.2 | Anforderung: Im Kern konstant 25°C |
| 5.3 | Anforderung: Im Kern konstant 25°C, im Bad 27°C |
| 5.4 | Anforderung: Im Kern konstant 20°C mit Nachtabsenkung |
| 6 | Fazit |
| 7 | Literatur |